Mit dem Brunobus durch Kroatien

Es ist mal wieder soweit und wir sitzen im Bus auf dem Rückweg einer fabelhaften Reise, von der wir gerne berichten möchten. Wir Rover (fünf 16 bis 18-Jährige und zwei Leiter) starteten Mitte August in Düsseldorf, um folglich für zwei Wochen Kroatien unsicher zu machen. Wir waren die ganze Zeit mit einem Van unterwegs, in den eigentlich 9 Leute passen, trotzdem mussten wir uns mit dem ganzen Camping-Gepäck ganz schön quetschen zumal nach einer Woche sogar noch ein weiterer Leiter dazukam.

Wir hielten nach 8 Stunden als erstes in Kitzbühel und konnten dort eine Nacht bei sehr netten, österreichischen Pfadfindern verbringen. Dann ging es weiter über Ljubljana (eine wunderschöne, für Slowenien erstaunlich fortschrittliche Stadt) bis nach Istrien, wo wir einen massiv überfüllten Campingplatz mit der Größe einer Kleinstadt vorfanden. Wir hatten uns vor der Reise leider nicht gänzlich über Schlafplätze informiert und etwas passendes zu finden stellte sich erstaunlich schwieriger heraus als gedacht. Aber Übung macht den Meister und mit der Zeit wussten wir, worauf wir beim Suchen zu achten hatten.

Zuerst schauten wir uns die Halbinsel Istrien mit ihren vielen kleinen, verlassenen, malerischen Dörfern aber auch großen, überlaufenen Städten an. Dann ging es weiter über Rijeka immer die Küste entlang…

Im Lager ist es ab einem gewissen Alter üblich, ein oder zwei Nächte ohne Leiter zu verbringen. Also bekamen wir Rover den Bus und waren auf uns gestellt, um gleich darauf ein erstes kleines Abenteuer zu erleben. Wir kamen um kurz nach 9 Uhr am rausgesuchten Campingplatz an, der jedoch leider um 9 schloss und nicht gerade gut auf eine Gruppe Jugendlicher zu sprechen war. Also mussten wir weiter, um in der Dunkelheit irgendwie einen Platz zu finden, der noch offen hatte. Wir wurden schließlich fündig, bauten mit Müh und Not im Sturm und mit hartem Boden unsere Zelte auf und kochten, um dann bei Mitternacht endlich Abendessen zu können. Trotz der ganzen Strapazen dieser Nacht schweißte sie uns ebenso mehr zusammen und wurde zu einer Geschichte, über die wir mit Sicherheit bald schon lachen werden.

Nach diesem kleinen Abenteuer ging es dann unbeschadet weiter Richtung Süden in den Nationalpark Plitvicer Seen. Ein unglaublich schöner Park, mit türkisen Seen, Wasserfällen und allem was die kroatische Natur so zu bieten hat.

Am nächsten Tag besuchten wir Zadar, eine der größeren Städte Kroatiens, wo wir einen weiteren Leiter einsammelten und uns die Stadt anschauten.

Nun war praktisch Halbzeit und es ging wieder zurück in den Norden, diesmal aber mit Autofähren über die Inseln Pag, Rab und Krk. Überall sehr karge Landschaft, dafür aber tolle Strände, an denen wir auch mal die Seele baumeln lassen konnten. Bei allen Pfadfindern ist es üblich, in jeder Stufe ein Versprechen an die Gruppe abzugeben, um sich selber zu reflektieren und sich in Zukunft besser zu verhalten. Auf Krk war es dann soweit und eine Roverin konnte im Mondschein unter Oliven-Bäumen ihr Versprechen vor der Gruppe ablegen. Ein Ritual, durch das die ohnehin schon vertraute Gruppe noch mehr zusammenwuchs.

Schließlich fuhren wir auch schon wieder nach Slowenien, diesmal aber in die Postojna Höhlen. Eine riesige Tropfsteinhöhle mit 25 km Länge und 40 Meter hohen Räumen im Innern! Wir hätten wohl alle nicht gedacht, dass es so enorme Tropfsteine in diesen Ausmaßen gibt.

Die vorletzte Nacht verbrachten wir in der Nähe von Trieste auf einem Pfadfinder-Zeltplatz – schließlich wollten wir unbedingt in vier verschiedenen Ländern übernachten – und so kamen wir dann wieder in Kitzbühel an.

So viel zum ganz groben Ablauf der Reise…

Wir haben wahnsinnig viel gesehen und noch mehr erlebt, sodass es uns allen vorkam als wären wir schon Wochen oder Monate unterwegs.

Das Essen war wie immer herausragend in Bruno, wenn auch oft sehr improvisiert und nicht ganz klassisch (in Kitzbühel ein improvisiertes Restefrühstück: Nudeln mit Pilz-Sahne-Sauce vom Vortag und Bananenmilch).

Ansonsten werden wir wohl hoffentlich für lange Zeit nicht mehr Busfahren müssen, das ist gerade auf den engen Bergpässen sehr anstrengend, auch wenn man direkt an der kroatischen Küste natürlich traumhafte Ausblicke genießt. Und morgens im 40 Grad warmem Hike-Zelt aufzuwachen ist auch gewöhnungsbedürftig, aber das gehört natürlich zum Pfadfindersein dazu.

Die Roverrunde jedoch ist dabei noch viel besser zusammengewachsen als sie es ohnehin schon war. Neue Freundschaften sind entstanden und alte wurden gefestigt und wir hatten wie immer sehr sehr viel Spaß mit langen Singabenden und oft wenig Schlaf.

Abschließend kann man sagen, dass Kroatien für viele von uns wohl das bis jetzt beste Sommerlager war und in den nächsten Jahren schwer zu toppen wird… Kroatien als Land ist überraschend abwechslungsreich, mit viel mehr grün als gedacht und vielen, schönen Ecken. Lohnt sich also auf jeden Fall, man muss die Hitze nur mögen. J

Geschrieben von: Tim Jacoby